SAV Hamburger Polizeibeamten e.V.

Zanderstunde

69cm - was ich auch tat, wie oft ich auch nachgemessen habe, mehr als diese Länge war beim Zanderangeln für mich einfach nicht drin. Klar war ich mit meiner Bilanz zufrieden, es war Ende Juni und ich hatte bis dato schon eine anständige Anzahl Zander überlisten können - ein Kapitaler war jedoch nicht dabei. Bis zu diesem windigem Nachmittag am 24.6.03: Als ich an meinem Angelplatz an der Elbe ankomme, plätschern die Wellen grad noch gegen die Steinpackung. Hochwasser! Also die Idealbedingung für ein erfolgreiches Twistern. Schnell montiere ich einen grünen Gummifisch auf einen 21g schweren Twisterkopf, hier im Elbstrom muss alles eine Nummer schwerer gewählt werden. Eine harte Spinnrute und geflochtene Schnur lassen mich jedes Auftreffen des Köders auf dem Grund spüren. Sobald der Gummifisch nach dem Wurf die Wasseroberfläche berührt, schließe ich den Rollenbügel und hebe die Rutenspitze an, um eine möglichst lange Absinkphase des Köders zu haben. An ständig gestraffter Schnur sind es langsame Rutenbewegungen von der 9 Uhr in die 11Uhr-Stellung der Rute, die mir beim Twistern auf Zander die meisten Bisse bringen. So auch an diesem Tag, nach etwa einer Stunde geht in der Absinkphase der ersehnte Ruck durch die Rute. Der schnelle Anhieb sitzt und schon spüre ich die typischen Kopfstöße eines Zanders. Etwa fünf Minuten zieht der Zander in der Tiefe seine Bahnen , ehe ich ihn das erste Mal sehe. Da ist er endlich, mein erster Großer! Vereinskamerad Joachim ist mit dem (zum Glück!) Großkescher zur Stelle und landet ihn sicher. Bei einer Länge von 82cm bringt der Fisch genau 10 Pfund auf die Waage.

Petri Heil

Die Steinpackungen zollen ihren Tribut, meine Köderbox leert sich erstaunlich schnell. Etwas verlegen ködere ich einen "Eigenbau-Twister" an, ein schlanker Gummifisch, an dessen Ende ich einen Twisterschwanz geschweißt habe. Nach etwa 5 Würfen hängt etwas wie ein Sack in der Schnur - der Anhieb kommt schnell und ich pumpe, so meine ich, einen Baumstamm Richtung Ufer. Direkt vor meinen Füßen explodiert der "Baumstamm" an der Oberfläche und ich sehe nur eine riesige Schwanzflosse. Gute zehn Minuten dauert der Tanz, in dem der Zander mir immer wieder Schnur von der Rolle zieht. Als die Fluchten endlich kürzer werden und der Fisch müde wird, sitzt der erste Kescherversuch von Joachim. Dafür hier noch mal ein herzlicher Dank! 6,8kg Zander, verteilt auf 95cm hielt ich in den Händen. Mehrere Zander an einem Nachmittag sind beim Twistern nicht selten, hätte mir jemand aber von zwei Zandern über 10 Pfund in weniger als 90 Minuten erzählt - ich hätte es bis zu diesem Tag als Anglerlatein nur müde belächelt...

Petri Heil

Petri Heil wünscht Michael Hardekopf.

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